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| COMPUTERWOCHE Nr. 48 vom 01.12.2000
Seite 8 |
Gastkommentar |
Gastkommentar
E-Business braucht ERP Günter Wiskot,
Vorstand Command AG, Ettlingen
Die
Marketing-Abteilungen laufen auf Hochtouren und
präsentieren quasi im Monatsrhythmus neue Begriffe und
Three-Letter-Words, die die Epoche "nach ERP"
kennzeichnen sollen: SCM, EAI, E-Business und neuerdings
Collaborative Commerce.
Die zugrunde liegende
Analyse trifft im Kern zu: Mit der zunehmenden
Vernetzung wird das Einzelunternehmen mehr und mehr zu
einem Glied einer Kette. Während das Ziel von
ERP-Systemen die Integration der Abläufe eines
Unternehmens in einer einheitlichen Datenbank ist, geht
es in Zukunft um die Integration verschiedener
Einzelunternehmen zu einem Lieferverbund. Monolithische
ERP-Systeme werden zu einem Anachronismus. Motor dieses
Prozesses ist unter anderem das Internet.
Also
"E-Business statt ERP", wie neuerdings zu hören ist? Man
sollte sich darauf besinnen, was das Internet eigentlich
ist: Nämlich kein selbstgenügsames Medium, sondern ein
Kanal für den Transport von Informationen. Diese müssen
aber irgendwo erzeugt werden. E-Business braucht ERP.
Was zu tun bleibt, ist die Einigung auf Standards in der
Datenübertragung. Das ist keineswegs revolutionär: In
der Automobilbranche arbeitet man seit Jahren
hocheffizient mit dem VDA-EDI-Standard.
Die
Automobilzulieferer praktizieren SCM auf höchstem
Niveau, verzichten aber keineswegs auf den Einsatz von
ERP-Systemen. Im Gegenteil: Die Just-in-Time-Lieferung
stellt enorme Anforderungen an Produktionsplanung und
Warenwirtschaft, um nur zwei Beispiele zu nennen.
Man sollte auch einmal einen Blick in die
mittelständische Realität werfen. Hier findet man noch
massenhaft heterogene Systemumgebungen. Wer das Ende der
ERP-Epoche ankündigt, tut dies, bevor sie richtig
begonnen hat.
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