Viele Partner für den
Mittelstand Zahlreiche Anbieter haben sich mit
ERP-Software auf die Bedürfnisse des Mittelstands
spezialisiert. Die richtige Lösung lässt sich
finden.
Wenn sich ein mittelständisches
Unternehmen entscheidet, eine Software zum Enterprise
Resource Planning (ERP) einzuführen, können die
Verantwortlichen aus dem Vollen schöpfen. Zahlreiche
Hersteller von ERP-Lösungen haben sich ausdrücklich auf
den Mittelstand als Kundenkreis spezialisiert.
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Lichtblick: Seit der
Einführung von Navision Financials bei Velleuer
können sich die Mitarbeiter von Rainer Müller um
die wichtigen Dinge des Arbeitsalltags
kümmern.
Foto:
Campo |
So glaubt beispielsweise ERP-Anbieter
Bäurer ein Produktportfolio zu haben, das »exakt auf die
Bedürfnisse des Mittelstandes ausgerichtet« ist.
Konkurrent Brain sieht sich als einen »starken Partner
für mittelständische Unternehmen«. Command ist ebenfalls
ein »Partner für den Mittelstand«, was Navision leider
nicht sein kann, weil der dänische Anbieter seine Lösung
nur über Software-Häuser vertreibt. Allerdings
versichert Jesper Bowman, Geschäftsführer von Navision
Deutschland, dass »selbstverständlich unsere Partner die
Partner des Mittelstands« sind. Das sieht Steeb, eine
hundertprozentige Tochter des ERP-Weltmarktführers SAP,
allerdings anders. Steeb ist nämlich überzeugt: »Als
mittelständisches Systemhaus sind wir der richtige
Partner für Kunden aus der mittelständischen
Wirtschaft.«
Das sind aber noch längst nicht alle
ERP-Anbieter, die sich auf mittelständische Kunden
spezialisiert haben: Unter anderem gibt es
beispielsweise noch Abas, Damgaard, Infor, Psipenta,
Softmatic oder Soft M. Und selbst die Großen der
ERP-Branche wie J.D. Edwards, Oracle, Peoplesoft oder
SAP haben den Mittelstand als Kunden entdeckt und
schnüren entsprechende Pakete, um diese Zielgruppe zu
überzeugen (siehe Bericht 21/99).
Trotzdem glaubt beispielsweise Rainer
Müller, kaufmännischer Geschäftsführer der Federfabrik
Velleuer, dass etwa die ERP-Software R/3 von SAP eher
für Großkunden geeignet ist. Als Mittelständler sei
Velleuer aber auf der Suche nach etwas anderem gewesen.
Das Unternehmen aus Velbert hat sich schließlich für die
Lösung Navision Financials des dänischen Herstellers
Navision entschieden. »Uns hat besonders das
Preis-/Leistungsverhältnis gefallen«, begründet Müller
die Wahl. Im Oktober 1998 ging die Version 2.0 in
Echtbetrieb,
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Durchblick: Dank Frida von
Command konnte Franz Willig von Sprimag
Einzelsysteme abschaffen und eine übersichtliche,
integrierte Datenlandschaft mit schnelleren
Prozessen realisieren.
Foto:
Busch | Mitte Oktober
dieses Jahres wurde auf das Release 2.6 umgestellt.
Angetan sind die Velleuer-Verantwortlichen auch von der
Vertriebsmethode Navisions. Der Software-Hersteller hat
über 120 Solution-Partner in Deutschland, die vor Ort
die Implementierung und Wartung der ERP-Lösung
übernehmen. So soll auf die speziellen Bedürfnisse der
jeweiligen Kunden eingegangen werden.
Bevor Navision Financials eingeführt
wurde, war bei Velleuer ein altes Comet-System von
Siemens-Nixdorf im Einsatz. Das lief zwar zuverlässig,
allerdings sprach gegen die Comet-Lösung, dass es laut
Müller keine gravierenden Neuentwicklungen mehr gegeben
habe. Außerdem sei beispielsweise auch eine schnelle
Datenauswertung nicht möglich gewesen. Ein weiterer
wichtiger Grund für den Umstieg war die anstehende
Euro-Umstellung.
Auch bei der Sprimag
Spritzmaschinenfabrik war es nötig, alte Systeme zu
ersetzen. Das mittelständische Unternehmen aus dem
schwäbischen Kirchheim unter Teck entschied sich deshalb
1998, eine ERP-Lösung einzuführen. Um aus der großen
Auswahl an möglichen Systemen die richtige
herauszupicken, hat Franz Willig, Geschäftsleitung
Administration bei Sprimag, Software-Anbieter in sein
Unternehmen eingeladen und sich in eintägigen Workshops
die jeweiligen Programme präsentieren lassen. Die
Verantwortlichen der Spritzmaschinenfabrik entschieden
sich schließlich für Frida, eine ERP-Lösung von Command,
weil »wir eine Software wollten, die zu uns passt, die
über die notwendige Funktionalität verfügt und
ausgereift ist«, so Willig.
Trotz dieses Lobes musste die seit
Januar dieses Jahres eingesetzte Frida-Version 5.1
allerdings für die besonderen Anforderungen bei Sprimag
erweitert werden. Auf diese Weise entstand unter anderem
die Möglichkeit einer mitlaufenden Kalkulation für eine
durchgängige Projektentwicklung – eine Funktion, die für
den Auftragsfertiger Sprimag sehr wichtig
ist.
Im neuen Frida-Release 5.2 soll
dieses Feature integriert sein (siehe Bericht 24/00). Neben der mitlaufenden
Kalkulation als Standard gibt es laut Willig noch andere
Gründe, warum Sprimag möglichst schnell auf das Release
5.2 umrüsten will. So seien für das Unternehmen die
Integration von Lotus Notes und eine neue Anwendung zur
Liquiditätsplanung ebenfalls interessant, erklärt der
Geschäftsleiter.
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Im
Vergleich |
| Velleuer |
Sprimag
Spritztechnik |
| Das
Unternehmen: Velleuer aus Velbert
produziert Federn, Stanz- und Biegeteile. Die
150 Mitarbeiter des Unternehmens fertigen
hauptsächlich für die Automobilindustrie. 1999
wurden 25 Millionen Mark umgesetzt. |
Das
Unternehmen: Sprimag liefert
vollautomatische Anlagen für Oberflächen- und
Innenbeschichtung. Das 1925 gegründete
Unternehmen aus Kirchheim/Teck hat 170
Mitarbeiter und erwirtschaftet 55 Millionen Mark
im Jahr. |
| Das
Projekt: Die kaufmännische
Komplettlösung Comet von Siemens-Nixdorf sollte
durch ein datenbankorientiertes
Client/Server-Modell ersetzt werden. |
Das
Projekt: Zahlreiche Einzelsysteme mit
vielen Schnittstellen sollten durch eine
integrierte Komplettlösung abgelöst werden.
Sprimag legte Wert auf eine ausgereifte
Technik. |
| Der Ansatz:
Im Oktober 1998 wurde die
ERP-Lösung Navision Financials eingeführt. Seit
Mitte Oktober ist das Release 2.6 im Einsatz.
Ein Solution-Partner wartet die
Lösung. |
Der
Ansatz: Seit Januar dieses Jahres
wird beim Mittelständler die ERP-Lösung Frida
von Command eingesetzt. Ausschlaggebende
Faktoren waren Zuverlässigkeit und
Funktionalität. |
| Die
Zwischenbilanz: Velleuer ist zufrieden. Das
Preis/Leistungsverhältnis stimmt. Besonders die
Arbeit des Solution-Partners GOB verhalf dem
Projekt zum Erfolg. |
Die
Zwischenbilanz: Seit der Einführung wird Zeit
gespart. Prozesse haben sich beschleunigt. Für
die besondere Anforderungen wurden Erweiterungen
programmiert. | |
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Die Gründe, warum sich Sprimag und
Velleuer für Command beziehungsweise Navision
entschieden haben, verdeutlichen die Prioritäten des
Mittelstandes, wenn es um Informationstechnologie geht.
An vorderster Stelle steht nicht unbedingt die
technische Führerschaft der eingesetzten Produkte,
sondern Zuverlässigkeit, Reife, Preis und enger Kontakt
zum Hersteller oder Solution-Partner. Relativ
wartungsarme Systeme, die über die notwendigen
Funktionen verfügen und möglichst preisgünstig sind –
das sind die Vorgaben aus dem Mittelstand.
Während Großkonzerne wie
Daimler-Chrysler oder Siemens Milliardenbeträge in
konzernweite und unternehmensübergreifende
E-Business-Initiativen investieren wollen (siehe Bericht
24/00, Siemens und Daimler-Chrysler), haben die meisten Mittelständler
ganz andere Sorgen. Die IT-Abteilungen der Firmen sind
klein und das Geld ist knapp. Themen wie E-Commerce
stehen da ganz hinten auf der Liste. Das verdeutlicht
auch eine Studie der Deutschen Genossenschaftsbank, bei
der fast 2500 Inhaber, Geschäftsführer und leitende
Angestellte mittelständischer Unternehmen telefonisch
zum Thema E-Commerce und Internet befragt wurden. 22
Prozent der befragten Firmen gaben an, bisher noch gar
nicht mit dem Internet verbunden zu sein.
ow |