Ausgabe 24 vom 11. November 1999

Standard-Software
Anpassen oder Aussterben
Das Internet hat die ERP-Branche auf dem falschen Fuß erwischt. Der Wandel zum E-Commerce-Anbieter kostet Kraft. Haben die großen Fünf der Branche den Anschluß verpaßt?

   Dinosaurier beherrschten einst unseren Planeten. Heute finden die Tiere nur noch als versteinerte Knochenfunde oder computeranimierte Leinwandmonster Beachtung. Warum die Dinosaurier irgendwann komplett von der Bildfläche verschwanden, weiß niemand so genau. Offensichtlich hatten die zum Teil riesigen Tiere aber das Problem, sich nicht an eine verändernde Situation anpassen zu können.

   Das Schicksal der Dinosaurier sollte den Herstellern von Software zum Enterprise Resource Planing (ERP) zu denken geben. Neben den kleineren Anbietern stehen vor allem die großen Fünf, also Baan, J.D. Edwards, Oracle, Peoplesoft und SAP einer richtungsweisenden Herausforderung gegenüber: dem Internet!

   Das traditionelle ERP-System fand unternehmensintern statt. Die eigenen Geschäftsprozesse und Abläufe wurden optimiert und standardisiert. Mit komplexen Systemen und Riesenprojekten, die für derartige Aufgaben konzipiert waren, wurde vor gar nicht allzu langer Zeit noch sehr viel Geld verdient. Heute ist das Schnee von gestern. Die Kunden verlangen neuerdings mehr von ihrer Standardsoftware als die Automatisierung von unternehmensinternen Operationen. Der Fokus ist durch die Möglichkeiten des E-Business nach außen gerichtet – auf Kunden und Lieferanten. Die Unternehmensgrenzen werden gesprengt. Übers Internet sollen Kunden und Zulieferer in interne Prozesse eingebunden werden, über Web-Shops Produkte verkauft und in Portalen Business-to-Business-Transaktionen erledigt werden. Der träge und monolithische Ruf von traditionellen ERP-Systemen ist dabei eher hinderlich. Gefragt ist das Gegenteil: Flexibilität, Offenheit und leichte Bedienbarkeit.

"Standard-Software könnte zum Legacy-System verkommen."

   Schlagworte wie E-Commerce, Supply Chain Management (SCM) und Customer Relationship Management (CRM) sind für die strategische Ausrichtung von Unternehmen neuerdings so zentral geworden, daß ERP-Hersteller fürchten müssen, ihre Software könnte zum nächsten Legacy-System verkommen, sollte der nötige Web-Wandel nicht vollzogen werden – und zwar schnell.

   Der Analyst David Caruso von AMR Research bestätigt die dramatische Übergangssituation, in der die ERP-Hersteller stecken: »Unternehmenssoftware ist am wichtigsten Wendepunkt ihrer Geschichte angelangt. E-Business ist nämlich nicht nur ein technologischer Wandel. E-Business ist auch ein fundamentaler Wechsel in der Art, wie Unternehmen Geschäfte machen.« Geschäftsprozesse intern zu organisieren und optimieren war die Domäne der traditionellen ERP-Systeme. Die E-Business-Revolution wird diese standardisierten Prozesse drastisch verwandeln.
Die neu entstehenden Geschäftsmodelle zielen damit ins Herz der ERP-Branche.

Brian Marshall, CIO von Westell Technologies,
hat sich für eine E-Business-Erweiterung mit SAP entschieden.Die Internet-Applikationen
und das Back-Office Paket kommen aus einer Hand.

   Der Anpassungsdruck, der die ERP-Hersteller schon auf dem amerikanischen Markt erfaßt hat, wird wohl ab 2001 auch den europäischen Markt bestimmen. Wer bis dahin nichtgerüstet ist und die notwendige Flexibilität vorweisen kann, wird nicht nur Marktanteile verlieren, sondern ziemlich schnell in der Bedeutungslosigkeit verschwinden.

Übergangsphase
Die Gefahren haben auch die Hersteller erkannt. Hasso Plattner, Vorstandssprecher der SAP betont: »Ganz sicher befinden wir uns in einer Übergangsphase. Der Wandel von Client/Server-zentrierter Software hin zu Internet-basierter Software ist in den USA deutlich zu sehen. Wir erwarten die gleiche Tendenz in Europa.« Der neue Chief Executive Officer (CEO) von Peoplesoft Craig Conway stieß ins selbe Horn, als er anläßlich der Bilanz für das dritte Quartal sagte: »1999 war ein Jahr des Übergangs für Peoplesoft und die ganze ERP-Industrie.« Douglas Massingill, CEO von J.D. Edwards weiß ebenfalls was die Stunde geschlagen hat: »Wir sind erst am Anfang eines signifikanten Wechsels der Geschäftswelt.« Mary Coleman, CEO von Baan, behauptet sogar: »Baan hat den fundamentalen Wandel für Geschäftsmodelle im Markt für Standard-Software vorausgesehen.« Bei all diesen Aussagen wollte auch der CEO von Oracle, Larry Ellison, nicht klein beigeben. In seiner prägnanten und volkstümlichen Art gab er bekannt: »The Internet changes everything.«

   Die Aussagen zeigen: Die Großen der ERP-Branche haben die Zeichen der Zeit erkannt. Was aber nützen all die Lippenbekenntnisse, wenn den Worten keine Taten folgen? Dem Vorwurf das Internet verschlafen zu haben, müssen sich alle Hersteller stellen. So etwas wird nicht gerne gehört. Die Reaktionen sind entsprechend: So erklärte erst kürzlich SAP-Mitbegründer Plattner: »Die Aussagen, SAP habe das Internet verschlafen, verletzten uns zutiefst und sind einfach nicht wahr.« Darüber gibt es geteilte Meinungen. Und selbst das Walldorfer Urgestein gibt zu, daß »der Umbruch nicht vor dem Jahr 2000 geplant war. Wir hatten nicht erwartet, daß die Internet-Umstellung auf dem US-Markt so schnell erwartet wird. Dort kam das alles wie ein Gewitter, mit dem wir nicht gerechnet hatten.«

   Auch Henning Kagermann, der zweite Vorstandssprecher bei SAP gab indirekt Versäumnisse zu: »Der Bedarf wurde von den Kunden nicht so zurückgemeldet. Daraus haben wir falsche Schlüsse gezogen.« So gesehen wurde die Internet-Revolution falsch eingeschätzt und wohl doch ein wenig verbummelt.

   Den Vorwurf der Verspätung müssen sich allerdings auch die anderen gefallen lassen. Jetzt versuchen nicht nur die Großen der ERP-Branche mit einer Fülle von neuen Produkten verlorenen Boden wieder gut zu machen. Die Neuerungen sollen ERP-Systeme in flexible Infrastrukturen für das E-Business verwandeln. Bedenkt man aber den zwielichtigen Ruf der komplexen Standard-Software-Systeme von problematischen, fehlgeschlagenen und teuren Installationen, könnte das ein schwieriges Unterfangen werden. In den USA ringen die Etablierten außerdem mit kleinen, innovativen Neugründungen, die ganz spezielle E-Business-Applikationen anbieten.

   Dabei haben die ERP-Hersteller nicht unbedingt die schlechtesten Verkaufsargumente für ihre E-Commerce-Produkte: Zum einen können ERP-Systeme mit massenhaften Web-Transaktionen fertig werden und auf dieser Ebenen auch sicherstellen, daß Bestellungen und Anfragen erfüllt werden. Andererseits wollen viele Unternehmen die immensen Integrations-Kosten, die mit E-Business-Software aus dritter Hand entstehen, vermeiden. Schließlich bietet der Kauf von vorkonfigurierten Applikationen, die sich relativ reibungslos in das bestehende System des selben Herstellers integrieren lassen, auch einen Investitionsschutz. Integration ist das größte Verkaufsargument zu Gunsten der Standard-Software-Hersteller und ihren E-Commerce-Anwendungen. »Die große Herausforderung für IT-Abteilungen ist die vollständige Integration«, sagt Maynard von der Aberdeen Group. »Von einem Händler zu kaufen, ist für solche Anwender ein Argument.«

   Genau dieser Grund war auch für die Bea-Group ausschlaggebend. Das Unternehmen mit Stammwerk in Ahrensburg bei Hamburg produziert und vertreibt Tacker, Klammern und Nägel. Seit Anfang 1998 wird in dem europaweit agierenden Konzern mit 625 Mitarbeitern die Standardsoftware Baan-ERP eingesetzt. Seit Februar dieses Jahres ist die Bea-Group Beta-Tester von Baan-E-Enterprise. Als die Entscheidung für eine E-Business-Erweiterung fiel, war der Schritt zu Baan-E-Enterprise für Geschäftsführer Tobias Fischer-Zernin nur logisch. Schließlich sei durch die Integration von E-Enterprise und Baan-ERP ein Release- und Versionswechsel relativ problemlos und ohne großen Aufwand möglich. Außerdem stößt das Alles-aus-einer-Hand-Konzept auf Zustimmung: Die komplette Pflege des Systems wird von Baan erledigt.

   Zur Zeit wird an den letzten Einstellungen von E-Enterprise und dem neuen Web-Auftritts gearbeitet. Mitte November will die Bea-Group, die im letzten Jahr einen Umsatz von 170 Millionen Mark gemacht hat, mit ausgewählten Usern den Life-Betrieb des Projekts testen. Die Zielsetzung der Bea-Group beschreibt IT-Leiter Thomas Bartl folgendermaßen: »Wir machen nur Geschäfte im Bereich Business-to-Business. Mit E-Enterprise wollen wir unsere Kundenbasis erweitern, indem wir Zugang zu neuen Kundensegmenten gewinnen, deren direkte Betreuung nicht wirtschaftlich ist und die daher momentan eher schlecht betreut werden. Außerdem erreichen wir eine zeitliche Ausdehnung unserer Öffnungszeiten auch nach Büroschluß für Kundengruppen im Handwerk. Ich würde das als Customer Relationship Management bezeichnen.«

   Noch läuft allerdings nicht alles wie geplant. »Die Integration mit Baan-ERP könnte besser sein. Auch die Kataloggestaltung und die allgemeine Geschwindigkeit der Software könnten noch verbessert werden«, so IT-Leiter Bartl. Trotzdem blickt Geschäftsführer Fischer-Zernin positiv in die Zukunft und erwartet von E-Enterprise auch echten Geschäftsnutzen. »Wir können jetzt Kundengruppen erreichen, die bisher durch unser traditionelles Vertriebssystem nicht erreichbar waren«, ist er sicher.

  »Mit Baan E-Enterprise wollen wir unsere Kundenbasis erweitern, indem wir Zugang zu neuen Kundensegmenten bekommen.«
Thomas Bartl, IT-Leiter der Bea-Group

 Auch für Westell Technologies war die Integration von traditionellen ERP-Komponenten und neuen E-Commerce-Anwendungen das ausschlaggebende Argument. Als das Unternehmen für Telekommunikationskomponenten aus Aurora im US-Bundesstaat Illinois eine E-Commerce-Infrastruktur schaffen wollte, über die Produkte an private Konsumenten verkauft werden können, wurde auf Bewährtes zurückgegriffen. Die Entscheidung fiel zu Gunsten von SAP, weil die Walldorfer sowohl die Web-Storefront als auch die notwendigen Applikationen im Back-Office liefern kann. »Jeder kann Bestellungen über das Internet annehmen«, sagt Chief Information Officer (CIO) Brian Marshall von Westell, »aber was passiert, wenn die Bestellungen erledigt und abgearbeitet werden müssen?«, äußert Marshall seine Bedenken gegenüber kleineren E-Commerce-Spezialisten.

   Neben diesen Vorteilen haben die traditionellen Hersteller von Standard-Software allerdings auch große Hindernisse zu überwinden bevor sie sich zu den Hauptanbietern von E-Business-Applikationen zählen können: So sieht sich die ERP-Branche zumindest in den USA einem harten Konkurrenzkampf von flinken und innovativen Neugründungen gegenüber. Zudem sind die Strategien der ERP-Giganten oftmals unsicher und für Anwender nicht immer klar zu verstehen. Dieses Manko versucht beispielsweise SAP in den USA mit TV-Werbespots für die Internet-Strategie Mysap.com entgegenzutreten. Die Internet-Anbindung erfordern auch eine intuitiv zu bedienende Oberfläche, da nicht mehr ausschließlich Spezialisten mit dem ERP-System arbeiten werden. Auch die Komplexität der Systeme könnte sich für ERP-Hersteller als sehr schlechte Ausgangsbasis für die sich rapide verändernde E-Business-Landschaft erweisen. Nicht zu vergessen: Die meisten der E-Business-Produkte sind noch in der Entwicklungsphase. Analysten weisen wohl nicht zu unrecht darauf hin, daß Hersteller von Standardsoftware noch immer nicht bewiesen haben, daß sie ihrem Versprechen von der Integration von E-Business-Applikationen und ihren Back-Office-Systemen auch Taten folgen werden lassen. »CIOs sind sehr vorsichtig und mißtrauisch. Sie wollen genau wissen, ob ihr ERP-Hersteller nur eine Vision oder ein real existierendes Produkt anbietet«, schreibt etwa Ron Exler ein Analyst der Robert Frances Group, in einer kürzlich erschienenen Studie.

Anschluß verpaßt
Nur wenige IT-Manager scheinen überhaupt an ERP-Unternehmen zu denken, wenn es um den Einkauf von E-Business-Software und Systemen geht. Diesen Schluß legt zumindest eine Studie der InformationWeek USA vom April dieses Jahres nahe. Auf die Frage, welche Hersteller bei der Unterstützung ihrer E-Business-Bemühungen am strategisch wichtigsten sind, erzielte von den traditionellen ERP-Herstellern nur Oracle auf Platz Sieben eine Position unter den ersten Zehn. An erster Stelle unter den 375 Befragten IT-Managern kam etwas überraschend Microsoft, gefolgt von IBM, Cisco Systems, Compaq, Hewlett-Packard und Sun Microsystems. Hinter Oracle plazierten sich Dell, Netscape und der US-Telekommunikationsgigant AT&T.

   Ein großes Bedenken, das IT-Manager mit ERP-Herstellern als E-Business-Partner haben, ist deren Fähigkeit ihre Systeme den wechselnden Geschäftsmodellen anzupassen. Zudem ist die Unterstützung von neuen Prozessen, die dem Web-Geschäft inhärent sein werden fraglich. E-Commerce-Prozesse wie Build-to-Order-Produktion, One-to-One-Marketing und Online Customer Service sind neu für traditionelle ERP-Systeme. »Die selben Business-Prozesse, die in der Software integriert sind, müssen sich in Richtung der Bedürfnisse des E-Business entwickeln«, sagt Caruso, Vice-President für Enterprise-Applikation-Strategien bei AMR Research. Dabei sind ERP-Systeme nicht so einfach zu rekonfigurieren, wenn sich Geschäftsprozesse ändern. SAP beispielsweise »hat Schwierigkeiten so wie es R/3 strukturiert hat, mit dem System auf schnelle Änderungen der Business-Prozesse zu reagieren«, glaubt Jack Maynard, ein Analyst der Aberdeen Group. Maynard fügt allerdings hinzu, daß die Walldorfer versuchen dies mit der Integration der Extensible Markup Language (XML) und Online-Workflow-Technologien in die R/3-Architektur zu ändern.

   Um sich als Internet-fähiger Konzern zu präsentieren, hat SAP in letzter Zeit zudem einige neue Produkte angekündigt und auch bereits ausgeliefert. Seit Ende September wird Mysap.com mit den Komponenten Workplace, Marketplace, den sogenannten Business-Scenarios sowie der externen Bereitstellung von Anwendungen für Application-Hosting ausgeliefert. Business-Scenarios sind Software-Komponenten, die eine Abwicklung von speziellen Geschäfts-Komponenten über das Internet ermöglichen. Sie stellen beispielsweise die Verbindung von Zulieferern zum internen R/3-System her, ermöglichen den Einkauf von Produktionsteilen und können Bestellungen abwickeln. Die Komponenten, die Daten aus anderen SAP-Applikationen ziehen können, sollen so konstruiert sein, daß sie ein kostensparendes und schnelles Implementieren ermöglichen.


   Oracle war der erste ERP-Hersteller, der das Web im Visier hatte. Allerdings scheint das Unternehmen von Larry Ellison noch nicht ganz so weit zu sein. Auf jeden Fall wurde das Release 11i zunächst einmal um sechs Monate auf das Frühjahr 2000 verschoben. In 11i sollen zum ersten mal ERP- und E-Commerce-Applikationen in der Lage sein dieselbe Datenbank zu teilen. Das würde zu einer verbesserten Integration von Webseiten und Back-Office führen. Oracle 11i soll zudem mehr E-Business-Features bieten. Ein spezielles Management-Portal wird Zulieferer mit dem Oracle ERP-System verbinden. Das sogenannte One-Button-Invoicing soll beispielsweise die Abrechnung mit den Zulieferern automatisieren. Das Portal wird Zulieferer zudem mit Daten des jeweiligen Kunden versorgen, wie etwa Inventarlisten, Langzeit-Voraussagen und Produktionspläne.

   Ähnlich wie SAP verfolgt auch Baan eine Strategie, seine Software zu kleineren Paketen zu schnüren. Um ERP-Systeme schneller und einfacher zu implementieren, soll Baan intern Überlegungen anstellen, abgespeckte Versionen von ERP-Applikationen anzubieten, beispielsweise um eine Lieferkette zu managen oder Logistik- Procurement- und Produkt-Konfigurations-Komponenten anzubieten.

   Außerdem erweitert Baan seine E-Enterprise Plattform. Die bietet ein Set von Online E-Commerce-Applikationen für Verkauf, Konfiguration und Business-to-Business-Kollaboration, die mit den ERP- und Front-Office-Applikationen integriert sind. Baan will demnach im Dezember ein Procurement-Modul hinzufügen. Für Anfang nächsten Jahres ist das Release eines Portals geplant, das Mitarbeitern ein Interface zur Business-Intelligence-Suite liefert. Für Baan-Anwender könnte das eine Möglichkeit bedeuten, schneller in den E-Business einzusteigen – vor allem wenn die Zulieferer noch nicht über ein Baan ERP-System verfügen.

»ERP-Software ist an einem Wendepunkt. E-Business bringt einen
fundamentalen Wechsel in der Art, wie Geschäfte gemacht werden.«
David Caruso, Analyst von AMR Research

   J.D. Edwards gab Ende September mit dem jüngsten Release der Unternehmenssoftware One World die Verfügbarkeit des Active-Era-Portals sowie der Active-Era-E-Business-Werkzeuge bekannt. Außerdem sind die Komponenten der im Juni geschlossenen Partnerschaften mit Arriba und Siebel in Richtung E-Business beziehungsweise Customer Relationship Management integriert. Auch die Akquisition des Supply-Chain-Management-Spezialisten Numetrix im Sommer trägt Früchte: Die Numetrix-Funktionalitäten sollen ebenfalls im neuen Release von One World zur Geltung kommen.

   Peoplesoft schließlich will mit Version 8 seiner ERP-Suite den Fokus auf E-Business-Anwendungen richten. Auf der amerikanischen User-Konferenz in New Orleans wurden Mitte September erste Funktionalitäten vorgestellt. Demnach ist Peoplesoft 8 mit einem Internet-Client ausgestattet, der Anwendern Zugriff auf E-Business-Applikationen ermöglichen soll. Als erste Komponente wird laut Peoplesoft die Entwicklungsumgebung Peopletools 8 noch in diesem Jahr ausgeliefert. In der zweiten Hälfte 2000 sollen dann Anwendungen in den Bereichen Personalmanagement, Finanzen, SCM, Fertigung und Service Supply Chain folgen. Derzeit verfügbare E-Commerce Anwendungen sind Peoplesoft e7.5, E-Procurement, Enterprise Performance Management, E-Store und E-Campus.

   Die rege Tätigkeit der ERP-Giganten in Richtung Internet-Erweiterung ihrer Standard-Software-Systeme zeigt: ERP-Hersteller hatten keine andere Wahl. Sie mußten auf den E-Business-Zug aufspringen. Die Frage ist heute längst nicht mehr ob, sondern ob noch rechtzeitig. Wer den Anschluß verpaßt hat, könnte sich bald mit den Dinosauriern vergleichen: Einstmals groß und mächtig und dann urplötzlich von der Bildfläche verschwunden.
mit Beiträgen von Alorie Gilbert und Jeff Sweat.

ow