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COMPUTERWOCHE Nr. 35 vom 01.09.2000 Seite 18 Software 
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Unix-Plattformen schneiden schlecht ab

ERP-Implementierungen leiden unter hohem Folgeaufwand


MÜNCHEN (CW) - Die Implementierung einer ERP-Lösung im Mittelstand verschlingt durchschnittliche Beratungsleistungen von 360 Manntagen. Etwa die Hälfte dieses Aufwands wird zusätzlich für anschließende Arbeiten am System benötigt. Besonders stark davon sind Unix-Anwender betroffen.

Zu diesem Ergebnis kommt die EBS Software AG aus Neu-Ulm, selbst Antbieter von ERP-Lösungen für alle gängigen Betriebssystem-Plattformen. Der Hersteller hat jetzt die Ergebnisse einer branchenübergreifenden Umfrage unter 522 Mittelstandsunternehmen (bis 200 Millionen Mark Umsatz) veröffentlicht. Zwar geht EBS in seiner Bewertung des Beratungsaufwands während und nach der Systemimplementierung nicht auf die Probleme ein, die vom ERP-System selbst verursacht werden, dennoch lässt sich aus den Durchschnittswerten ein klarer Vorteil beim Einsatz von Windows NT und AS/400 gegenüber Unix ablesen.

Im Einzelnen kommt die Erhebung zu folgendem Ergebnis: Nur jedes fünfte Unternehmen schafft die Einführung der betriebswirtschaftlichen Software innerhalb weniger Wochen. In über 50 Prozent aller Fälle verschlingen die ERP-Projekte externe Beratungsleistungen von 400 und mehr Manntagen. Unabhängig von Lizenzkosten und Hardwareinvestitionen entspricht das einem Auftragsvolumen für Beratung in Millionenhöhe.

Damit sind viele Systeme aber noch nicht endgültig lauffähig. Nur 14 Prozent der Anwender kommen ohne Folgeaufwand in der Beratung aus, während 59 Prozent "in erheblichem Umfang" oder sogar "fortlaufend" Unterstützung benötigen. Im Mittel erreicht die zusätzlich benötigte Beratung 156 Manntage. Sie liegt damit bei 40 Prozent einer durchschnittlichen Systemeinführung mit 364 Manntagen. Das Problem dabei: Nur jeder vierte befragte Anwender hatte diese Folgeaufwendungen einkalkuliert, der Rest wurde davon entweder völlig überrascht (38 Prozent) oder war nur teilweise darauf eingestellt (36 Prozent).

Als Ursache für den kostenträchtigen Projektnachschlag machen die Unternehmen vor allem Integrationsprobleme verantwortlich. 41 Prozent schreiben die notwendigen Systemarbeiten nach dem Start aber auch Schwierigkeiten mit der ERP-Software zu oder begründen sie zu fast einem Drittel mit einer falschen Beratung durch den Partner.

Der Vergleich zwischen den verschiedenen Plattformen zeigt, dass die Anwender mit AS/400-Systemen die geringsten Schwierigkeiten bei der ERP-Implementierung haben. Zwar dauern die Einführungsprojekte bei ihnen durchschnittlich länger als etwa bei den Windows-NT-Anwendern, dafür entstehen aber deutlich weniger Folgekosten. Diese sind bei Unix-Infrastrukturen besonders ausgeprägt (siehe Tabelle). Da im Unix-Umfeld zudem überdurchschnittlich hohe Beratungsleistungen für die Implementierung anfallen, wundert es nicht, dass die Anwender dort häufig unzufriedener mit ihren Partnern sind als im NT- oder AS/400-Umfeld.


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