Ausgabe 26 vom 2. November 2000

Ausgereift und zuverlässig
Sprimag nutzt seit Anfang des Jahres die ERP-Lösung Frida von Command. Für den Mittelständler war Zuverlässigkeit wichtig.

   Das Innenleben einer Getränkedose besteht nicht nur aus einer durstlöschenden Flüssigkeit – sondern auch aus einer Innenbeschichtung. Die Firma Sprimag Spritzmaschinenbau entwickelt und baut Anlagen und Maschinen, die beispielsweise das Innere von Cola-Dosen oder Senftuben beschichten. Bei der Konstruktion und Planung solcher automatischen Anlagen vertraut Sprimag seit Januar diesen Jahres auf Frida, eine Software zum Enterprise Resource Planning (ERP) von Command. Frida ist aber nicht nur in der Produktionshalle des mittelständischen Unternehmens zu Hause. Die ERP-Software im Release 5.1 erledigt auch Aufgaben in den Bereichen Angebotserstellung, Auslieferung, Vertriebsabwicklung, Beschaffung, Finanzbuchhaltung und Kapazitätsplanung.
Franz Willig von Sprimag
schätzt die ausgereifte Zuverlässigkeit des ERP-Systems Frida von Command.

Foto:Busch

   Bis es so weit war, musste sich die ERP-Software allerdings gegen namhafte Konkurrenten behaupten. Franz Willig, Geschäftsleitung Administration bei Sprimag, hatte Ende 1998 neben Command noch vier ERP-Anbieter in der engeren Auswahl: Baan, Brain, Infor und SAP. Nach den jeweils eintägigen Präsentationen dieser Kandidaten entschieden sich die Sprimag-Verantwortlichen für die ERP-Lösung mit dem ungewöhnlichsten Namen: Frida von Command. Diesen Namen verdankt die Software übrigens dem ursprünglichen Ansatz der Lösung. Frida sollte nämlich
eine »von der Fertigung bis zum Rechnungswesen integrierte Datenbankanwendung« sein. Wer aus dieser Wort-folge die richtigen Buchstaben in der richtigen Reihenfolge zusammensetzt, kommt auf Frida.

   Sprimag wählte die Command-Lösung aber nicht wegen des schönen Namens, sondern weil »wir eine Software wollten, die zu uns passt, die über die notwendige Funktionalität verfügt und ausgereift ist«, erklärt Willig. Zudem sei auch die Zuverlässigkeit der AS/400-Rechner von IBM, auf denen Frida läuft, ein wichtiger Faktor für den Mittelständler aus dem schwäbischen Kirchheim unter Teck gewesen.

   Insgesamt beschäftigt Sprimag 170 Mitarbeiter, 100 davon nutzen die Frida-Software. Der Jahresumsatz des 1925 gegründeten Unternehmens beträgt 55 Millionen Mark. Sprimag hat Niederlassungen in Brasilien, Frankreich und den USA. Die amerikanische Filiale in Cincinnati soll im nächsten Jahr an das Frida-System angeschlossen werden. Vorher will Willig aber noch auf das neueste Release 5.2 umsteigen. Dieser Schritt ist für das erste Quartal 2001 geplant.

   Seitdem Frida 5.1 im Januar in das Unternehmen kam, hat Willig festgestellt, dass im ganzen Betrieb Zeit gespart wird und Prozesse vereinfacht werden. Deshalb könnten die Kollegen ihre Arbeitszeit jetzt sinnvoller nutzen. Nur
PLUS und MINUS
Frida
+ große Zuverlässigkeit
+ hohe Funktionalität
- Zusatzprogrammierungen waren nötig
- nicht das modernste System
ein Beispiel: Laut Willig wurden bis Ende 1999 Adressdaten in drei verschiedenen Systemen verwaltet. Nicht einmal ein Abgleich war zwischen den Anwendungen möglich. Das hat sich dank Frida geändert. »Vorher hatten wir viele Einzelsysteme mit vielen Schnittstellen. Jetzt haben wir eine integrierte Datenlandschaft«, stellt der IT-Verantwortliche zufrieden fest.

   Diese Erfolge gab es allerdings nicht ohne anfängliche Probleme. So musste Command für die besonderen Anforderungen des Auftragsfertigers Sprimag einige Erweiterungen programmieren, da Frida eher für Serienfertiger konzipiert war. Die Kosten für diese Zusatzleistung wurden von Command und Sprimag geteilt.

   Die Entscheidung von Sprimag zu Gunsten der Command-Lösung sieht Willig aber durchaus differenziert: »Aus Firmensicht war die Wahl völlig richtig. Für mich als Informatiker wäre eine flexiblere Datestruktur aber sicher interessanter gewesen«, gibt der IT-Verantwortliche unumwunden zu. Schließlich sei Frida im Grunde genommen ein ERP-Dinosaurier, allerdings einer, der laut Willig zuverlässig funktioniert. »Wir schätzen die Funktionalität und Zuverlässigkeit von Frida. Kleinigkeiten könnten immer besser sein. Aber Probleme gibt es in jeder Anwendung – egal von welchem Hersteller.« Willig weiß wovon er spricht. Er war vor seiner Zeit bei Sprimag jahrelang als Unternehmensberater tätig. »Von daher ist mir bewusst, dass nicht alles realisierbar ist. Ein absolutes Loch hat Frida aber nirgends.«

ow