Produktionsplanungs- und Steuerungssysteme werden in Industriebetrieben eingesetzt. Doch die Weiterentwicklung dieser betrieblichen EDV-Anwendungen dienen der Verbesserung von Betrieben jeder Art (also auch private und öffentliche Dienstleistungs-betriebe).PPS-EDV-Systeme unterstützen die "Logistik" der Betriebe, im weitesten Sinn werden mit ihrer Hilfe die gesamten "Ressourcen" eines Unternehmens koordiniert, organisiert und verwaltet. Neben der Abkürzung "PPS" gibt es in der EDV-Welt daher noch weitere, die Anwendungssoftware-Systeme bezeichnen, die im selben Handlungsfeld eines Betriebes eingesetzt werden können :
-PPS = Produktionsprogrammplanung /Produktionsdurchführungsplanung /Bereitstellungsplanung – und steuerung
-MRPI = Material Requirement Planung, also die Materialbedarfsplanung im herkömmlichen Sinn
-MRPII = Manufacturing Resource Planing, also Bedarfs- und Versorgungsplaung und –steuerung für die gesamte betriebliche Wertschöpfung
-ERP = Electronic-Resource-Planing oder Enterprise-Resource-
Planing
-SCM = Supply-Chain-Management (also Management von Beschaffung
und Zulieferung)
-CRM = Customer-Relationship-Management (Kundenbetreuung, aber auch Auftragsabwicklung und Akquisition)
Um zu verstehen, was mit diesen EDV-Anwendungen bewirkt werden soll, muß man zuerst eine ungefähre Vorstellung von betrieblichen Abläufen und Zusammenhängen haben.
Analysieren Sie diese beiden Abbildungen und studieren Sie hierzu Birker,S.9- 13.
Vergegenwärtigen Sie sich die Zusammenhänge und die gegenseitigen Abhängigkeiten von betrieblichen Prozessen:
- Welcher Bereich muß vorarbeiten und Vorleistungen erbringen, damit ein nachgelagerter Bereich überhaupt seine Aufgaben erfüllen kann ?
Veranschaulichen Sie sich das am Beispiel einer einfachen
Warenproduktion ! Dabei denkt man aber meist zunächst nur an die gegenständlichen Vorleistungen
- Welche verwaltungsmäßigen Vorleistungen spielen hier mit hinein ?
- Welche Informationen sind für wen im Verlauf des gesamten Prozesses nötig, damit der Prozess seinen Fortgang nehmen kann ?
- Was muss der Lagerist wissen, damit er die nötigen Einzelteile rechtzeitig am richtigen Ort bereitstellen kann ?
- Was muss der Verkäufer wissen, der in den Verkaufsverhandlungen merkt, dass er entweder mit dem Preis herunter gehen muss oder eine vorzeitige Lieferung zusagen muss, um den Auftrag für die Firma zu bekommen ?
... usw.
Weil betriebliche Prozesse so komplex und interdependent sind,
ist es nötig, betriebliche Abläufe in Prozessen (Geschäftsprozesse genannt) zu betrachten und diese Prozesse dann zu optimieren ( Studieren Sie dazu Steinbuch, S.33-36!).
Man kann betriebliche Geschäftsprozesse unterschiedlich darstellen:
- ERM(Entity-Relationship-Model)-Diagramm:
- Vorgangskettendiagramm (VKD):
- ereignisgesteuerte Prozessketten (EPK):
Konzentrieren wir uns nun auf die Tätigkeiten, die Gegenstand von PPS und ERP sind:
Wie hängen diese Teilaufgaben, diese Teilprozesse zusammen ?
Und wie könnte EDV-Unterstützung und –Steuerung diese Prozesse abbilden und optimieren ?
Genau diese letzte Fragestellung versuchen die konkurrierenden PPS/ERP-Software-Hersteller für die jeweiligen Unternehmen best möglich zu beantworten. Orientieren Sie sich diesbezüglich auf dem Internetportal
Wir an der BOS-W setzen im Wirtschaftsinformatik- und Technolgieunterricht eine speziell für Lehrzwecke an Oberstufen und Fachhochschlen konzipierte Software ein, nämlich PMS32 von Kern & Partner. Wie in diesem PPS-Programm die betrieblichen Zusammenhänge im Bereich der Logistik abgebildet werden zeigt folgendes Schaubild:
Abbildung: Das System PMS32
Benennen Sie die Verbindungslinien ! Studieren Sie zu diesem Zweck Kern u.a., Allgemeines zu PMS32, S.8 – 16