Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Institut für Politikwissenschaft
Seminar: Wirtschaft und Gesellschaft
Leitung: Martin Hauck
Referentinnen: Cecilia Tuczek, Judith Hoffmann
Datum: 5. 12. 200

John Maynard Keynes

1.           Biographie:

 

· *1883- +1946 in England

· 1897-1902: Schüler am Eton College

· 1902- 1905: Mathematikstudium

· 1919-l946: Dozent für Ökonomie in Cambridge

· l930: ,,A Treatise of Money“, Standardwerk zur Geldtheorie

· 1 936: Veröffentlichung seines Hauptwerkes ,,Allgemeine Theorie der Beschäftigung, des Zinses und des Geldes“

· 1940: Direktor der Bank of England

2.        Keynes Theorie:

2.1.           Entstehung:

· Ausgangspunkt für Keynes Theorie war die Weltwirtschaftskrise in den 30er Jahren, in der nach einer langandauernden Hochkonjunktur als Folge von Überproduktion ein großer Teil von Aktien verkauft wurde und es somit zu heftigen Kurseinbrüchen kam. Die daraus folgende Konsequenz waren Massenentlassungen

2.2.     Keynes Hauptaussagen:

· die Größe der Beschäftigtenzahl hängt von der Menge der produzierten Güter ab, wobei sich das Produktionsniveau eines Unternehmens an der erwarteten effektiven Nachfrage, also der Nachfrage nach Konsum- und Investitionsgütern, orientiert. Das Einkommen bestimmt die Konsumgüternachfrage.

· wenn die Arbeiter einen Teil ihres Lohnes liquide halten, also sparen, entsteht eine Nachfragelücke. Dadurch wird der Wirtschaftskreislauf unterbrochen, die fehlende Nachfrage bedingt den Zusammenbruch von Investitionen. Um die Lücke zu schließen, sollten die Unternehmen Sachinvestitionen tätigen, damit Beschäftigungs- und Produktionsniveau stabil bleiben

· nicht nur der Zinssatz entscheidet über die Höhe der Investitionen, sondern ebenso die Renditeerwartungen . Erwartungen an sich sind aber unsicher und unterliegen Schwankungen, weshalb die Investitionsentscheidungen stark davon beeinflußt und selbst instabil werden

· Der Staat kann durch zusätzliche oder verminderte Ausgaben die Wirtschaft auf der Makroebene regulieren; sogenannte antizyklische Fiskalpolitik

· die Senkung des Lohnniveaus führt nicht zu mehr Beschäftigung; sinkendes Einkommen bedeutet Rückgang der effektiven Nachfrage

· die effektive Nachfrage liegt immer unterhalb des Einkommensanstiegs, deshalb Forderung nach Einkommensumverteilung

Möglichkeiten und Mittel des Staates zur Konjunktursteuerung:+

· Der Staat soll sowohl bei Konjunkturrückgang (Rezession), als auch bei Konjunkturaufschwung (Boom), intervenieren. Dabei soll er sich auf die Makroebene beschränken. Er geht dabei antizyklisch vor:

Bei Rezession sollen die Staatsausgaben erhöht werden (deficit spending), um Anreize für Investitionen zu schaffen. Bei hohem Wirtschaftswachstum sollte der Staat sparen, um Rücklagen zu bilden.

· indirekte Mittel dieser Globalsteuerung: Prämien, Subventionen, Steuer(erleichterungen)

Kritik:

· zu viel Verantwortung für Staat, denn er muss Wirtschaft beurteilen, die schnellen Wechseln ausgesetzt ist.

· Zeitverzögerung, denn Maßnahmen greifen meist nicht sofort, daraus folgt, dass antizyklische Intervention Schwankungen verursacht. (Stop-go-Politik)

 · Nachfrageanstieg kann auch mit Preiserhöhungen beantwortet werden, die zu Inflation führen können.

· Preisniveaustabilität (Geldpolitik) zugunsten von Beschäftigung (Lohnpolitik) vernachlässigt.

Denn Produktionsausweitung führt nicht notwendigerweise zu mehr Beschäftigung, da Einsatz von Maschinen

 

Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Institut für Politikwissenschaft
Seminar im Grundstudium: Wirtschaft und Gesellschaft
Dozent: Martin Hauck
WS 2000/01
Referentinnen: Inga Kissel, Inken Benthien
Termin: 5.12.2000

John. M. Keynes: Konjunktursteuerung

John Maynard Keynes geb. 5.6.1883; gest. 21.4.1946, britischer Volkwissenschaftler Wichtigstes Werk:“ The General Theory ofEmployment, Interest and Money“ (1936)
(Allgemeine Theorie der Beschäftigung, des Zinses und des Geldes) Zeitgeschichtlicher Hintergrund: Weltwirtschaftkrise und darauffolgende Depression

Theorie:

Keynes Theorie orientiert sich an der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage, daher die Bezeichnung Nachfragepolitik.

Seine Grundannahme: Die Zahl der Beschäftigten ist abhängig von der effektiven Nachfrage. (die Nachfrage, mit der die Unternehmen rechnen)

Problem: Das Konsumverhalten der Haushalte schwankt ständig.
Je nach Renditeerwartung legen sie zudem ihre Ersparnisse in Form von Wertpapieren an oder bevorzugen Bargeld (Liquiditätspräferenz).

Keynes wirtschaftliche Empfehlung:

- Geldpolitische Maßnahmen allein reichen nicht aus, der Staat muß seine Ausgaben und Einnahmen konjunkturpolitisch einsetzen, um Beschäftigung und Einkommen zu steuern. Ziel der staatlichen Investitionen soll letztlich eine Erhöhung des Investitionsvolumens sein, dies soll zu einer Beseitigung der Unterbeschäftigung führen.

Die staatlichen Maßnahmen / Investitionen sollen nicht durch Steuern, sondern durch Staatsverschuldung finanziert werden (deficit spending).

 

Das keynesianische Konzept der Globalsteuerung

Ziel der Globalsteuerung ist es, Vollbeschäftigung und Preisstabilität zu erreichen. Das heutige Konzept der Globalsteuerung berücksichtigt, dass staatliche Maßnahmen nicht antizyklisch, sondern eher trendorientiert sind.

Die Gründe dafür:

a) Antizyklische Maßnahmen greifen eventuell erst zu spät.

b) Man möchte die Erwartungen der Unternehmer verbessern, dies ist nur durch langfristige Maßnahmen möglich.