LEHRER WOLF :   ERFAHRUNGEN UND PERSPEKTIVEN AUS DEM LEHRERALLTAG

 

Die reformierte berufliche Oberstufe in Bayern – ein Erfahrungsbericht mit Perspektiven

(von R.J.Wolf)

  1. Die Lage im allgemeinen

Ach, wie war sie doch so schön: unsere alte Berufsoberschule. Aber dann kam eine Order aus dem gnadenlosen KUMI, die befahl uns, eine neue Variante der BOS, die "Stufe", zu testen. ... Wenn ich schon "Modellversuch" höre! Welcher Modellversuch im Schulwesen Bayerns ist in den letzten dreißig Jahren nicht zur Regel erhoben worden ? So auch in unserem BOS-Bereich. Wir wurden in eine Zwangsehe mit den ehemaligen FOS-L-Klassen gezwängt. Was für die FOSen Vorzeigeklassen waren mit hochmotivierten "Späteinsteigern" und besten Abschlußergebnissen für die Schüler, die die Ein-Jahres-Lerntortur durchgehalten hatten, wurde in der reformierten BOS zur Klasse 12, in die beinahe jeder kann, der irgenwie einen "mittleren" Bildungsabschluß und so etwas wie eine kaufmännische Berufsausbildung nachweisen kann. Und genau solche Leute kommen dann auch: mit der Mittleren Reife per Berufsschulabschluß ( bar jeglicher Mittelstufenvorbildung ) oder mit dem Sabel-Schule-Zertifikat kaufmännischer Assistent ( bar jeglicher echter Praxiserfahrung). Was schwerer wiegt an dieser Reform, ist die Kopplung der Lehrpläne und Prüfungsanforderungen von FOS und BOS. In den Abschlussprüfungsfächern Deutsch und Englisch, aber auch in Mathematik wirkt sich das eher niveausenkend aus, aber zugleich auch umfangssteigernd : also mehr und dafür nur um Haaresbreite über Mittelstufenniveau. Im speziell für diese Schulart kreierten Fach "BWR", d.h. Betriebswirtschafts-lehre mit Rechnungswesen, führt dies zu einer Pseudogenauigkeit im Bereich Abschlußbuchungen und Bewertung in der Bilanz (dies als Zugeständnis an die FOSen) und zu einer Überhäufung mit aus dem Zusammenhang gerissenen Grundstudiumsinhalten in vielen anderen Teilbereichen in der 13.Klasse BOS. Jedenfalls eignet sich BWR jetzt hervorragend zur Selektion, ob dies noch einer Vorbereitung auf ein Studium dienlich ist, scheint mir zweifelhaft (obwohl natürlich die öde, unsystematische und untheoretische Ansammlung von Detailkenntnissen vielerorts noch das wesentliche Merkmal eines BWL-Studiums ist).

Ach, wie konnten wir doch pädagogisch fördernd wirken – damals in der alten BOS. Ein allmähliches Wiederhineinwachsen in "Schule", ein neues Lernen des Lernens als Chance für die Spätberufenen...In der reformierten BOS herrscht da ein ganz anderes Klima: Jede Schulstufe führt zu einer Abschlußprüfung und dies prägt den ganzen Schulbetrieb. Zudem wird der Selektionsdruck noch durch die Probezeit bis zum 15.12. verschärft. Aus der Förderschule BOS ist durch die Reform eine hochselektive "Prüfungspenne" oder ein Schnelldurchlauferhitzer für besonders hitzebeständige Absolventen zum Erreichen von Abschlusszertifikaten "höherer Bildung" geworden. Nach zwei Jahren reformierte BOS kann man alle Illusionen fahren lassen, es könne gelingen, den alten Ethos in die neue Schule hinüber zu retten. In der jetzigen BOS geht es nur mehr um die "Produkte" FHSR, fachgebund-ene HSR oder gar allgemeine HSR (also Fachhochschulreife nach der 12., fachgebundene oder allgemeine Hochschulreife nach der 13.Klasse). Demnächst wird uns noch die ehemalige BAS eingegliedert, dann vermitteln wir drei Zertifikatsstufen (zusätzlich den Mittleren Abschluß . Aber um "Bildung" – egal ob im humanistischen oder sonstwie Sinn – um Bildung als ganzheitlichen Lern- und Entwicklungsprozess erwachsener Schüler geht es bei uns nicht mehr.

Man kann darüber wirklich traurig sein, dass die letzte "Bildungsnische" in Bayern derart klamm heimlich verschwunden ist. Aber das liegt im Trend der gegenwärtigen Bildungs- und Kommunalpolitik. Lean Adminstration bedeutet eben auch auch Lean School und dort wird dann auch Lean Learning praktiziert :Schlank und fit, effektiv und kostengünstig. So kommt der andere Trend , dem unsere BOS erliegt, daher. Unter dem Diktat von NSM, von Neuem Steuerungsmodell, das elegant gekoppelt werden soll mit PSE, mit einer pädagogischen Schulentwicklung, wandelt sich die BOS zu einem gemäß TQM, das heißt Totales Qualitätsmanagement, geführtem Dienstleistungsunternehmen. Zudem werden demnächst alle Verwaltungsabläufe durch SAP R/3 (da gibt es dann keine so leichte "Übersetzung" mehr – es handelt sich hier um eine hochkomplexe integrierte oder wenigstens integrierbare betriebswirtschaftliche Software, bzw. um ein betriebswirtschaftliches Applikationspaket, durch dessen Einführung sich die Landeshauptstadt München eine Effektivierung ihrer Einrichtungen erhofft) gesteuert und dokumentiert, sodaß sich der Trend hin zu mehr Betriebswirtschaft und "höher,schneller,weiter" noch verstärken wird. Während der erste hier aufgezeigte Trend, der hin zu purer Selektion und Zertifikatvergabe "ohne Bildung", allenfalls Fragen über den gegenwärtigen und zukünftigen Wert und Nutzen der bei uns erwerbbaren Zertifikate aufwirft (und somit die Ziele unsres Schulsystem insgesamt und der beruflichen Oberstufe als "Zweiter Bildungsweg" im speziellen ins kritische Rampenlicht stellt), veranlaßt der Verwirtschaftlichungs- und Effektivierungstrend zur Diskussion, ob denn Schule so ohne weiteres sich diesen Kostenwirtschaftlichkeits- und Effektivie-rungsprinzipien unterordnen läßt bzw. unterordnen sollte.

II. Der Selektions- und Zeritifizierungsbetrieb BOS

Wenden wir uns zunächst dem Selektions- und Zertifizierungsbetrieb zu. Die Schule –auch die BOS – ist heutzutage ein "Eintrittskartenverteiler" für weitere Qualifikationsgänge. Was sie immer weniger ist, ist ein Zuweisungsinstitut zu späteren beruflichen Positionen und Karrieren. Schule hat in den 90iger an Bedeutung dahin gehend dazu gewonnen, dass individuell ohne eine ausreichende Schulausbildung die Zukunftschancen der jungen Leute immer miserabler erscheinen; sie hat aber zugleich an Bedeutung verloren – und zwar drastisch - , weil eben diese Zukunftschancen kollektiv prekär und unvorhersehbar geworden sind, so dass auch ein noch so gutes Zertifikat aus dem Bildungswesen noch lange nicht reicht, um berufliche Zukunft überhaupt absehbar zu machen. Diese Widersprüchlichkeit zeigt sich auch bei unserer "Klientel" : beinahe alle Kandidaten streben nach einem "höheren" Bildungsabschluß um ihre individuellen Chancen zu erhöhen. Da dies aber doch eher ein abstraktes, ungreifbares Unterfangen ist, ist dieses Streben häufig keinesfalls von Eifer und Ehrgeiz gekenn-zeichnet, sondern eher von Skepsis und Aufwandsminimerung. Die , so oft beschimpfte, "Spass-generation" will – ganz verständlich bei der heutigen Lage – ihren aktuellen Spass maximieren und zugleich mit geringem Aufwand, ohne größere Identifikation mit den Inhalten, sich status- und chancenmäßig verbessern. Was sich für uns Lehrer als besonders arbeitsbelastend herausstellte in letzter Zeit, ist der alltägliche "Kampf" gegen Desinteresse gepaart mit schlechten Vorkenntnissen und häufig auch noch begleitet von dürftigen kognitiven Kompetenzen. Die beiden letzten Merkmale unsres gegenwärtigen Klientels sind dem geschuldet, dass bei uns den Sprung zu höheren Bildungs-abschlüssen jeder wagen kann, der irgendwie einen Mittleren Abschluss zusammen mit einem ebenso "unqualifizierten" (aber eben als mindestens "bestanden" bewerteten) Berufsabschluß vorweisen kann. Die BOS wird durch diese "unqualifizierten" Eingangsvoraussetzungen Auffangbecken für alle die jungen Erwachsenen, die wegen mangelndem Einsatz, mangelnder Eignung und mangelndem "Köpfchen" nur geringe Chancen am Arbeitsmarkt haben. Insofern verschleiern wir in vielen Fällen durch Unterricht die Arbeitslosigkeit unserer Schüler.

Welche Konsequenzen sind aus diesen Überlegungen praktisch zu ziehen ?

  1. Die BOS könnte Zusatzqualifikationen neben den "Eintrittskarten" anbieten, die unmittellbar verwertbare Fähigkeiten und Fertigkeiten vermitteln: neben dem Ergängungsunterricht in BWR und Mathematik könnten beispielsweise Bilanzbuchhalterkurse oder ein Kurs in Statistiksoftware durchgeführt werden. Welche unmittelbar auf dem "Auftragsmarkt" verwertbare Qualifizierungs-maßnahmen wirklich impementiert werden sollten, hängt zum einen von der "Nachfrage" durch die Schüler und zum andern von einem etwaigen gesellschaftlich und politisch explizierten "Qualifizierungsauftrag" ab.
  2. Da viele unzureichend vorgebildete, unzureichend motivierte und unzureichend intellektuell fähige Schüler es bei uns "versuchen", sollten wir eindeutig und "klar" schon in der Probezeit genau diejenigen "aussortieren", die für unsren Schultyp ungeeignet sind. Immerhin bieten wir den Schülern in kürzester Zeit den Übergang vom Haupt- und Realschulniveau auf die gymnasiale Oberstufe an. Und das ist auch für gut vorgebildete, gut motivierte und intellektuell fähige Schüler eine echte Herausforderung ! Unsere Schule muß kleiner werden. Große Eingangsklassen sind kurzfristig tragbar, da diese bis Weihnachten sich eh halbieren.
  3. Weil die "höheren" Weihen von einer beträchtlichen Aspirantenzahl nicht erworben werden können, sollten wir diesen "Aussortierten" außer der Vorklasse noch die Chance der unmittelbaren Qualifizierung (s.1.) bieten. Vielleicht wäre ein zwei- bis dreijähriges, semesterweise aufgebautes Kurssystem zum Fachbetriebswirt (vgl.Fachschule für Wirtscahft,NRW) geeignet.
  4. Weil die reformierte BOS ein reiner "Paukbetrieb" ist, sollte sowohl der Umgang mit den Schülern wie auch das "Schulklima" nicht "verniedlicht" werden. Es ist anstrengend und herausfordernd die BOS erfolgreich zu absolvieren. Dabei wollen wir als Kollegium unseren Schülern behilflich sein. Aber nur dabei. "Bildung" und "Seid nett zueinander" ist irreführendes Beiwerk. Aber auch die übliche "Schülergängelei" sollte unterlassen werden. Klare Regelungen sollten anstelle von "pädagogischem Ermessen" über angemessenes Verhalten der Schüler bestimmen (z.B. das leidige Anwesenheitsproblem : dieses Problem gibt es gar nicht, wenigstens nicht für die Lehrer; denn wenn ein Schüler mehr als sechs Mal unentschuldigt fehlt, ist er zu entlassen und wenn er zu häufig, auch attetestiert, dem Unterricht fern bleibt ist er nicht benot- und beschulbar....) Die BOS ist eine geregelte Institution, diesen Regeln unterwerfen sich die Schüler freiwillig, wer sich nicht daran hält, hat als Erwachsener die Konsequenzen zu tragen. Basta.
  5.  
  6. Anstatt der (Krollschen) Eingangsphase in Schullandheimen mit Kennenlernspielen und allgemeinen Übungen und Ratschlägen zum "Lernen lernen" wären in der 12.Klasse zwei zwei-tägige Lernworkshops in der Schule besser, weil diese eindeutig schulische Veranstaltung zum einen stärker diagnostisch und genauer, fachspezifischer unterstützend sein könnte und zum andern alle Lehrer, und nicht nur Klassleiter und "Handlungsorientierte" mit einbeziehen könnte. Der erste Lernworkshop sollte in der dritten Oktoberwoche sein und es sollten in allen Fächern, zumindest in den Abschlußprüfungsfächern, schon benotete Leistungen vorliegen. Somit könnte dieser Workshop diagnostizierend und beratend den bisherigen Erfolg an der BOS im Lehrer-Schüler-Dialog beurteilen. Und auch der Rat, doch den Versuch "BOS" zu beenden oder in die Vorklasse zu gehen sollte durchaus schon in diesem Workshop , wenn angebracht, gegeben werden. Andererseits sollte dieser erste Lernworkshop der Verbesserung des Lernverhaltens und des Lernerfolgs dienen, aber nicht so allgemein gehalten (wie bisher), sondern konkret an den Fächern orientiert. Vor allem die Angstfächer (BWR, Mathe) und die "Knackfächer" (die schon von jeher Pferdefuß für den eine oder anderen Schüler waren) sollten genauer unter die Lernenlern-Lupe genommen werden. Sowohl bei Diagnose und Beratung wie auch bei differentiellen Lernförderungsmaßnahmen sollten die Lehrer einer Klasse als Team mitwirken.

Der zweite Lernworkshop könnte dann ca. zwei Wochen vor den letzten Schulaufgaben in den

Prüfungsfächern stattfinden. Dann sollte eben noch einmal der bisherige Schulerfolg gründlich

begutachtet werden und beratend auf die geeigneten Lernstrategien für die Abschlußprüfung

hingearbeitet werden. (Man könnte einen ähnlich gearteten Vorbereitungs-Lernworkshop in der

13.Klasse andenken...)

 

  1. NSM oder die Verbetriebswirtschaftlichung der Schule

Der Trend scheint unaufhaltbar und gemäß Hegels tiefer Erkenntnis, dass das Wirkliche das Wahre sei, kann es nurmehr darum gehen, dieses Wirkliche in seinen Auswirkungen zu verstehen und zu gestalten. Wirklich ist die Verbetriebswirtschaftung der Schulen, weil sie wirkt –Lehrer und Schulleitungen müssen sich einfach mit dem ihnen von "außen" Zugemuteten auseinandersetzen – konstruktiv. Wenn wir also jetzt in der Schule von "Produkten" reden, dann ist dies nicht lediglich eine sprachliche Vergewaltigung, sondern vor allem eine "reale" : Schule wird damit zur Dienstleistungs-produkte liefernden "Qualifikations- und Zertifizierungsfabrik". Die einst "pädagogische Beziehung" genannte und zu Zeiten reichlich mystifizierte besondere menschliche Beziehung und Beziehungsarbeit von Lehrern und Schülern im Setting "Klassenzimmer" wird objektiviert und auf überprüfbare, operationalisierbare Leistung reduziert. Verloren geht dabei der einstige Anspruch der Schule auf die ganze Person, gewonnen wird ein Freiraum der Selbstbestimmung und Selbstgestaltung : denn jetzt ist der Lehrer eben Dienstleister und nicht der "geborene Erzieher" oder der "engagierte Pädagoge" , der Lehrer hat den Freiraum einer neuen Professionalität – und den Verlust an Nähe und Ganzheit. Auch der Lehrer wird in seiner Person auf seine Dienstleistungsfunktion reduziert, er muß aber eben auch nicht mehr sich "ganz" mit Leib und Seele einbringen – sein Job ist es, die Dienstleistung "Lehren" so gut und effektiv als möglich den "Kunden" Schülern angedeihen zu lassen. Genausowenig wie zwischen Arzt und Patient oder zwischen Rechtsanwalt und Klient besteht zwischen Schule/Lehrerund Schüler ein "Werkvertrag" , hier liegt ein "Dienstvertrag" vor : also ohne Erfolgsgarantie.

Wie sich aber auch bei den Anwälten und Ärzten durch die Abstimmung mit den Füssen die erfolgreichen herauskristallisieren, sollte dann Schule auch konsequenter Weise den Kunden Schüler die Wahlfreiheiten zur Verfügung stellen, die es braucht, damit eine solche "marktmäßige" Abstimmung erst möglich wäre :

Den Eltern müßte in der Grundschule stets die Wahl der Klassenlehrer offen sein (also mindestens zwei Klassen pro Klassenstufe, aber mehr noch: weg mit der Schulsprengelbindung...), den Schülern in weiterführenden Schulen müßte (je nach Alter natürlich in Abstimmung mit den Erziehungsberech-tigten) für die jeweiligen Fächer die Fachlehrerwahl obliegen. Und die Finanzierung der Schulen müßte von deren Erfolg (Nachfrage!) abhängen. Budgetierung aufgrund der Wahlentscheidungen der Schüler: diejenige Schule erhält das größte Budget, die es versteht, die meisten Schüler an sich zu binden und diese mit der größten Erfolgsquote auf Zertifikatsprüfungen vorzubereiten . Als Folge dieser Wahlfreiheiten müßte natürlich dann auch den Schulleitungen (egal wie organisiert – als traditionelle One-Man-Show oder als Leitungsteam mit Konsensregeln) das Recht auf Personaldis-position zugestanden werden: von einem anderen Einsatz an der Schule (der z.B. gegenwärtig für sein Fach und/oder für den Unterricht ungeeignete Kollege wird als Co-Teacher bei leicht herabgesetzten Bezügen anderen, erfolgreicheren Kollegen beigeordnet und erhält später wieder die Chance zu einer eigenständigen Lehrertätigkeit) über das Veranlassen einer Versetzung bis zum "unehrenhaften" Abschied aus dem Lehrerstand...

 

Diese Personalkompetenz der Schulleitung müßte im vorhinein demokratisch legitimiert werden:

Die Schulleitung wird in einem noch zu ersinnenden Procedere von Kollegenschaft, Eltern, Schülern und zuständigen Geldgebern auf Zeit gewählt – wie der AG-Vorstand von der Hauptversammlung, als fortlaufendes Überwachungs- und Beratungsgremium fungiert ein "Aufsichtsrat", der sich aus Mitgliedern der Beteiligten- und Betroffenengruppen zusammensetzt.

Oder / und die Schulleitung untersteht einer regelmäßigen demokratischen Kontrolle mit Abwahlrechten, z.B. durch Gemeinde- , Stadt- oder Bezirksrat...

Man sieht, die Verbetriebswirtschaftlichung der Schule ist kein bloßer Etikettenwechsel, sondern macht nur Sinn bei einer radikalen Reorganisation der Institution Schule. Wer hier mit NSM lediglich Einsparungen legitimieren will, betreibt ein Zuviel an Wortgetöse. Er könnte gleich offen Stellenkürzen, Klassenstärken erhöhen, die Lehrmittelfreiheit einschränken etc. Die beiden größten Kostenfaktoren des Schulbetriebs sind wohl die Personal- und die Gebäudekosten. Auch ohne jede inhaltliche Auseinandersetzung mit Schule kann sich der Sparwille von Kommunen und Ländern direkt austoben: Weniger Lehrer, nur noch vorübergehend geleaste Gebäude...

Warum dann aber doch NSM ?

 

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